Zugewinnausgleich


Zugewinnausgleich – Die meisten heutzutage geschlossenen Ehen gelten als Zugewinngemeinschaften. Sie liegen damit der Annahme zugrunde, dass jeder Ehepartner Eigentümer der Güter bleibt, die er oder sie in die Ehe eingebracht hat. Was jedoch in der Zeit nach der Eheschließung hinzugekommen ist, ob alleine oder durch die Bemühungen beider Eheleute erworben, wird anschließend zu gleichen Teilen auf beide Eheleute aufgeteilt, wenn sie sich scheiden lassen. Dieses Verfahren wird als Zugewinnausgleich bezeichnet.

Was ist der Zugewinnausgleich?

Sofern ein Ehepaar keine mit Eigentums Verhältnisse eingeht, gehört jedem der beiden Eheleute weiterhin alleine, was er oder sie verdient oder anschafft. Die Vermögenswerte bleiben das Eigentum dessen, der sie in die Ehe eingebracht hat oder der sie für sich alleine nutzt, obwohl er oder sie verheiratet ist. Meistens geht es beim Zugewinnausgleich um finanzielle Werte wie zurückgelegtes Vermögen. Der Zugewinn aus der Zeit der Ehe wird dabei gleichmäßig auf beide Eheleute aufgeteilt; der schlechter weggekommene Partner erhält also vom Ex-Mann oder von der Ex-Frau nach der Scheidung eine Auszahlung oder Aushändigung der Vermögenswerte, die im Rahmen der Zugewinngemeinschaft vom jeweils anderen erworben wurden. Dies geschieht unabhängig von Unterhaltszahlungen oder anderen Ansprüchen und ist einer der Hauptgründe dafür, dass eine Scheidung teuer enden kann.

Der Zugewinnausgleich und der Ehevertrag

Im Rahmen eines Ehevertrags kann Gütertrennung oder eine Gütergemeinschaft zwischen den Eheleuten vereinbart werden, wodurch im Falle einer Scheidung kein Zugewinnausgleich stattfindet. In diesem Fall bekommt bei der Scheidung jeder Ehepartner das Vermögen, das er selber mit in die Ehe eingebracht hat, sowie den Anteil am gemeinsamen Vermögen, den er danach einbrachte. Eigenes Vermögen kann vom Ex-Partner nicht angetastet werden. Es kann maximal ein Ausgleichsanspruch gefordert werden, der sich jedoch anders bemisst als der Zugewinnausgleich.

Verjährungsfristen und Hemmung

Der Anspruch auf einen Zugewinnausgleich verjährt nach drei Jahren. Dies kann gehemmt werden, wenn die Ehe noch nicht beendet ist – dann beginnt die Frist bis zur Verjährung mit dem rechtswirksamen Ende der Ehe. Beispielsweise kann es im Trennungsjahr dadurch noch nicht zu einer Fälligkeit kommen, denn es besteht zumindest in den Augen des Rechtsgebers noch die Aussicht darauf, dass eine Versöhnung der Eheleute stattfindet. Im Todesfall kann es ebenfalls zu einem Zugewinnausgleich gegenüber den anderen Erbberechtigten kommen, wenn nichts anderes durch ein Testament des Verstorbenen geregelt wurde. In diesem Fall beginnt die Verjährungsfrist ab dem Todestag des verstorbenen Ehepartners, wobei sich die Auszahlung dabei meist unproblematischer als bei einer Scheidung gestaltet.