Unterhalt - Unterhaltspflicht - Versorgungsausgleich

Wegzug mit Kindern erlaubt?

Nach der Trennung bzw. Scheidung eines Ehepaars hat jeder der beiden für gewöhnlich gleichermaßen eine Sorgerechtsbefugnis. Dennoch muss eine Vereinbarung darüber getroffen werden, bei welchem Elternteil das Kind in Zukunft Leben wird und somit seinen Lebensmittelpunkt haben soll. Nichtsdestotrotz werde alle wichtigen Entscheidungen für das Kind von beiden Elternteilen getroffen. Dies gilt vor allem für den schulischen Bereich, aber auch für die Frage nach dem Wegzug in eine andere Stadt oder gar ein anderes Land, wodurch ein Elternteil nicht mehr die Möglichkeit des regelmäßigen Kontaktes zu dem Kind hätte.
Aus diesem Grund müssen bei einem Wegzug beide Elternteile diesem zustimmen, also eben auch der Elternteil, bei dem das Kind zu der Zeit nicht lebt. Zudem ist das Kind selbst in die Entscheidung mit einzubeziehen, um zu verhindern, dass dieses mehr oder weniger zwanghaft aus seiner gewohnten Umgebung gerissen wird. Die Eltern sollten sich also maßgeblich daran orientieren, ob das Kind überhaupt wegziehen möchte oder eben nicht und sich dessen Willen in einem gewissen Rahmen anpassen. Oft ist das Kind nämlich in seiner derzeitigen Umgebung derartig stark verwurzelt, dass es einen Wegzug von sich aus ablehnt. Das hat damit zu tun, dass dieses einen festen Freundeskreis hat, sich an eine Schule gewöhnt hat und sich generell in seiner derzeitigen Umgebung sehr wohlfühlt. Sollte ein Kind all dieses durch einen Wegzug hinter sich lassen müssen, könnte sich dies – in negativer Hinsicht – massiv auf dessen psychisches Befinden auswirken.
Allerdings haben – vor allem bei Kleinkindern – die Eltern immer noch die oberste Entscheidungsgewalt, da diese am besten einschätzen können, was für das Wohl des Kindes
das richtige ist. Sollte jedoch eines der Elternteile einen Wegzug ablehnen und das andere Elternteil diesen zwanghaft durchsetzen wollen, besteht seitens des übergangenen Elternteils die Möglichkeit das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zu beantragen und dieses somit rechtlich geltend zu machen.



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