Unterhaltsvorschuss


UnterhaltsvorschussUnterhaltsvorschuss – Die gemeinsamen Kinder aus der Ehe sind unterhaltsberechtigt gegenüber demjenigen Elternteil, bei dem sie nicht leben. Der Unterhalt wird direkt an den Elternteil gezahlt, in dessen Haushalt sie wohnen. Allerdings kann es sein, dass nach einer Scheidung der unterhaltspflichtige Elternteil seinen Verpflichtungen nicht nachkommen – und damit wäre die wirtschaftliche Versorgung des Kindes gefährdet. Damit es nicht so weit kommt, gibt es den Unterhaltsvorschuss für Kinder, die noch nicht das 12. Lebensjahr erreicht haben. Gezahlt wird er vom zuständigen Jugendamt, wieder eingefordert vom unterhaltspflichtigen Elternteil.

Was ist der Unterhaltsvorschuss?

Beim Unterhaltsvorschuss handelt es sich um Zahlungen vom Jugendamt an den Elternteil, der das Kind unter 12 Jahren versorgt. Er kann beantragt werden, wenn der Unterhaltspflichtige keine Zahlungen leistet oder dies nur unregelmäßig tut und damit Schulden angehäuft hat. Der Unterhaltsvorschuss kann auch dann vom Jugendamt bezahlt werden, wenn die geleisteten Unterhaltszahlungen unter dem Betrag liegen, die dem Kind zustehen.

Das kann der Fall sein, wenn der Unterhaltspflichtige finanziell nicht dazu in der Lage ist, den vollen Unterhaltsbetrag zu zahlen. Wäre seine eigene wirtschaftliche Versorgung dadurch gefährdet, wäre er zur vollen Zahlung nicht mehr verpflichtet und es wird eine individuelle Regelung je nach Einkommen getroffen. Der Unterhaltsvorschuss wird maximal 6 Jahre lang geleistet und nach Möglichkeit vom Unterhaltspflichtigen wieder eingefordert.

Wie kommt man an den Unterhaltsvorschuss?

Der Unterhaltsvorschuss muss schriftlich per Antrag beim Jugendamt beantragt werden. Auf den Webseiten der örtlich zuständigen Jugendämter kann man sich den Antrag meist herunterladen, ausdrucken und ausfüllen, oder aber man holt ihn vor Ort ab. Der Antrag auf Unterhaltsvorschuss kann auch auf dem Jugendamt ausgefüllt werden und die Mitarbeiter helfen dem Alleinerziehenden dabei, wenn er oder sie die Hilfe braucht und will.

Anschließend wartet man die Bewilligung (oder Ablehnung) des Antrags ab und kann bestenfalls den Unterhaltsvorschuss beziehen. Gestellt werden kann der Antrag prinzipiell immer, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt – das Jugendamt holt sich die gezahlten Leistungen zurück, wenn möglich. Sollte dies nicht der Fall sein, so wird der alleinerziehende Elternteil nicht zur Kasse gebeten.

Für ein Kind unter 6 Jahren bekommen Alleinerziehende derzeit 133 € Unterhaltsvorschuss, für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren liegt der Betrag bei 180 €. Damit soll zumindest die Versorgung des Kindes sichergestellt werden, bis im Idealfall der Ex-Ehepartner zur Kasse gebeten werden kann und die Unterhaltszahlungen selbst in die Hand nimmt. Für Kinder über 12 Jahren kann kein Unterhaltsvorschuss mehr geleistet werden.