Unterhalt - Unterhaltspflicht - Versorgungsausgleich

Unterhalt berechnen

Die Höhe der Unterhaltszahlung ist regelmäßig Streitgegenstand der deutschen Justiz. In den meisten Fällen wird die Unterhaltsverpflichtung nur widerwillig übernommen, sodass Dauer und Umfang im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen. Bei der Berechnung des Unterhalts sind mehrere Konstellationen denkbar. Die Oberlandesgerichte der Republik haben sich beim Kindesunterhalt nahezu einheitlich für eine Berechnung nach der Düsseldorfer Tabelle entschieden. Der Vorteil liegt darin, dass die individuellen Voraussetzungen zunächst bestimmt werden. Anschließend kann der Unterhaltswert der tabellarischen Übersicht entnommen werden. Das hat vor allem zur verbesserten Rechtssicherheit beigetragen. Beim Ehegattenunterhalt ist die Anspruchsberechnung ebenfalls vom Einzelfall abhängig. Zudem muss bei der Ermittlung zwischen Trennungsunterhalt und nachehelichem Unterhalt unterschieden werden. Der Trennungsunterhalt wird durch ein dreistufiges Modell ermittelt. Zunächst werden Bedarf und Bedürftigkeit des Ex-Partners bestimmt. Anschließend wird die Leistungsfähigkeit des Anspruchsschuldners berechnet. Gehen beide Partner einem Beschäftigungsverhältnis nach, wird zunächst 1/7 des Einkommens zur Eigenversorgung abgezogen. Nun müssen beide Einkommen miteinander addiert werden, um sodann halbiert zu werden. Daraus ergibt sich nach der Differenzmethode die Höhe der Zahlungsverpflichtung. Geht hingegen nur ein Beteiligter arbeiten, wird zunächst das tatsächliche Nettoeinkommen ermittelt. Der Ex-Partner hat schlussendlich einen Anspruch auf 3/7 des errechneten Einkommens. Die Besonderheit beim Trennungsunterhalt liegt darin, dass der Anspruch unabhängig von der Ehedauer besteht. Zudem werden individuelle Sonderbedingungen, wie zum Beispiel die Kinderbetreuung, das Alter oder auch Krankheiten, nicht berücksichtigt. Der nacheheliche Unterhalt ist davon zu unterscheiden. Um den Unterhalt während dieser Phase bestimmen zu können, sind drei Rechenschritte notwendig. Im ersten Schritt wird das Unterhalts-relevante Einkommen beider Ex-Eheleute bewertet. Dieses wird auf der zweiten Stufe wiederum addiert und anschließend halbiert. Der dritte Schritt soll die Leistungsfähigkeit des Schuldners garantieren. Durch die Verpflichtung muss zwingend der Selbstbehalt beachtet werden. Der nacheheliche Unterhalt besteht grundsätzlich auf unbestimmte Zeit. Allerdings muss der Unterhaltsberechtigte, wenn er bislang keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen ist, die Verbesserung seiner Einkommenslage anstreben. Zudem erlischt der Anspruch mit der Wiederheirat des Gläubigers. Auf der anderen Seite hat eine erneute Heirat des Schuldners keinen Einfluss auf die Verpflichtung. Sogar die Höhe bleibt von diesem Umstand unberührt. Dies gilt auch dann, wenn der neue Partner über ein eigenes Einkommen verfügt.



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