Unterhalt - Unterhaltspflicht - Versorgungsausgleich

Umgangsrecht

Eltern haben das Recht und die Pflicht, sich mit ihrem Kind zu befassen. Im Falle einer Scheidung bedeutet das, dass beide Elternteile das Kind sehen und Zeit mit ihm verbringen dürfen. Das Umgangsrecht nach einer Scheidung kann familiengerichtlich durchgesetzt, aber auch untersagt werden, wenn triftige Gründe gegen das Umgangsrecht eines Elternteils sprechen. Inwiefern das Kind selbst sein Umgangsrecht mit einem Elternteil durchsetzen kann, wenn dieses keine Zeit mit dem Nachwuchs verbringen möchte, ist noch nicht abschließend geklärt, sodass es beim Umgangsrecht primär um die Regelung für die Eltern geht, die ihr Kind nach der Scheidung sehen möchten.
Eltern haben Umgangsrecht und -pflicht
Seitens des Gesetzgebers haben beide Elternteile das Recht und die Pflicht, ihr Kind zu sehen. Im Vordergrund steht das Kindeswohl – und damit die Überlegung, dass ein Kind beide Elternteile braucht, um in gesunder Umgebung aufzuwachsen. Wenn die Eltern nicht zusammenleben, hat das Elternteil mit eigenem Haushalt ohne das Kind das Recht, den Nachwuchs ab und zu zu sehen und Zeit mit ihm zu verbringen. Grundlegend ist zunächst die außergerichtliche Absprache der Elternteile untereinander, wie sie das Umgangsrecht regeln wollen. Meistens wird empfohlen, dass der Elternteil, bei dem das Kind nicht ständig lebt, es jedes zweite Wochenende zu sich nimmt und in den Schulferien eine längere Zeit mit ihm verbringen kann. Abweichungen kann es geben, wenn die Eltern weit voneinander entfernt wohnen. Die Kosten für die Pflege des Umgangsrechts trägt der Elternteil, bei dem das Kind nicht ständig wohnt – allerdings muss auch auf seine Vermögenslage Rücksicht genommen werden. Kann er sich die Fahrtkosten für das Kind nicht leisten, so wäre der andere Elternteil im Sinne einer positiven Vertragsverletzung dafür zuständig, einen Teil der Kosten für die Pflege des Umgangsrechts auf sich zu nehmen.
Wer hat noch Umgangsrecht?
Umgangsrecht mit dem Kind kann auch ein Ex-Ehepartner eines Elternteils haben, der längere Zeit im Haushalt gelebt und dadurch eine Beziehung zum Kind aufgebaut hat, auch wenn es nicht sein leibliches ist. Geschwister und Großeltern haben ebenfalls ein Umgangsrecht, wenn dies dem Kindeswohl dient. Genauso kann das Umgangsrecht einem Berechtigten entzogen werden, wenn es beispielsweise zur Misshandlung des Kindes gekommen ist. Dies sind jedoch sehr individuelle Entscheidungen, die meistens vor dem Familiengericht enden. Häufig wird dann der begleitete Umgang angeboten, bei dem der jeweils andere Elternteil unter Aufsicht geeigneter Fachkräfte an einem passenden Ort Umgang mit dem Kind pflegen darf, um dieses Recht nicht komplett zu verlieren. Grundsätzlich kann jede Person ein Umgangsrecht haben, zu dem das Kind eine förderliche Bindung besitzt.



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