Unterhalt - Unterhaltspflicht - Versorgungsausgleich

Umgangsrecht, wer von beiden Elternteilen hat im Streitfall mehr Rechte?

Grundsätzlich ist darauf hinzuweisen, dass eine außergerichtliche Einigung über den Umgang mit dem Kind sowohl dem Kind selbst als auch den beiden Elternteilen zugutekommt. Vor allem das Kind wäre einer extremen psychischen Belastung ausgesetzt, sollten sich seine beiden Elternteile über den Umgang nicht einig werden. Juristische Streitigkeiten, die als Konsequenz aus dieser Uneinigkeit folgen, wären eine zusätzliche Belastung für das Kind. Selbst wenn unmittelbar keine psychischen Beschwerden bei dem Kind auftauchen, könnte es zu erheblichen psychischen Spätfolgen kommen, die oft sehr überraschend auftauchen.
Sollte nun aber kein Weg an einem Gerichtsverfahren vorbei führen, endet dieses meistens damit, dass der Richter einen Umgangspfleger bestimmt, der die Übergaben des Kindes von dem einen Elternteil zu dem anderen begleitet und das Kind in dieser oft sehr belastenden Situation emotional unterstützt. Außerdem ist der Umgangspfleger als eine Art Mediator tätig, da dieser zwischen den oft sehr zerstrittenen Elternteilen vermittelt und die Streitigkeiten versucht von dem Kind fernzuhalten.
Des Weiteren legt das Gericht fest, ob beide Elternteile gleichberechtigten Umgang mit dem Kind haben, wodurch das Kind eine Woche bei dem einen und die nächste Woche bei dem anderen leben würde oder ob einem Elternteil das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen wird, weshalb das Kind bei diesem seinen Lebensmittelpunkt hätte. Das würde dazu führen, dass der andere Elternteil das Kind nur sehr selten bei sich hätte. Meist jedes zweite oder dritte Wochenende. Sollte sich allerdings eines der Elternteile nicht an die gerichtlich angeordnete Umgangsregelung halten, würde dies erhebliche Sanktionen nach sich ziehen. Diese reichen von einfachen Geldstrafen bis hin zur Entziehung des gesamten Sorgerechts. Eine solche Sorgerechtsentziehung kann sowohl lediglich einen der Elternteile betreffen, als auch beide Elternteile. In dem zweiten Fall würde das Sorgerecht dann auf das Jugendamt übertragen werden und die beiden Eltern hätten bloß ein Umgangsrecht. Allerdings findet eine Entziehung des Sorgerechts nur in sehr extremen Fällen statt, in denen es zum Beispiel um eine Kindeswohlgefährdung geht.
Es lässt sich also abschließend feststellen, dass bei einem Streitfall um das Umgangsrecht, keiner der beiden Elternteile einen Vorteil hat. Ein Gericht berücksichtigt bei Fragen des Umgangsrechts immer viele verschiedene Faktoren, die von Fall zu Fall unterschiedliche sind. Diese Faktoren reichen von wirtschaftlichen und finanziellen Aspekten bis hin zu solchen Aspekten, die den Umgang der Eltern mit dem Kind selbst betreffen.



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