Unterhalt - Unterhaltspflicht - Versorgungsausgleich

Trennungsjahr

Entschließen sich zwei Menschen dazu, die Ehe miteinander einzugehen, sind im Regelfall die Gefühle ausschlaggebend. Gedanklich spielt somit die Zerrüttung der Ehe selbstverständlich keine Rolle. Doch nicht jede Ehe scheint für die Ewigkeit bestimmt zu sein. Wenn das Paar sich dazu erschließt, den Lebensweg getrennt zu bestreiten, müssen sie zunächst beim zuständigen Familiengericht die Scheidung beantragen. Bevor die Ehe nunmehr vom Familiengericht rechtswirksam geschieden wird, sollen sich die Eheleute zunächst in einem Trennungsjahr neu orientieren. Während der Frist von 12 Monaten sollen sie unter anderem überprüfen, ob für den Fortbestand der Ehe tatsächlich keine Lösung besteht. Häufig zehren die schlechten Ehetage so sehr an den Nerven, dass die Betroffenen keine Alternative sehen können. Das Trennungsjahr ist mithin eine Gelegenheit, um die individuelle Situation noch einmal zu überdenken. Das Jahr beginnt mit dem Tag, an dem sich das Ehepaar dazu entschließt, sich voneinander zu trennen. Die exakte zeitliche Bestimmung wird sodann im Scheidungsantrag vermerkt. Mit der Trennung muss die Dissoziation von Tisch und Bett einhergehen. In den meisten Fällen verlässt ein Partner den ehelichen Wohnraum. Diese Voraussetzung ist hingegen nicht zwingend. Entschließt sich das Paar vielmehr zu keiner räumlichen Trennung, muss das Leben dennoch unabhängig voneinander geführt werden. Das bedeutet, dass die Eheleute nicht im selben Bett schlafen, füreinander kochen oder etwas miteinander unternehmen dürfen. Mit dem Trennungsjahr gehen zugleich wirtschaftliche Ansprüche einher. Der Trennungsunterhalt garantiert einen finanziellen Ausgleich während der Trennungsphase. Langsam müssen die Noch-Eheleute lernen, wieder ein eigenes Leben zu führen. Beide müssen sich unabhängig vom Partner machen. Während der Trennungszeit können sich die Eheleute, obgleich für einen Versöhnungsversuch entscheiden. Dieser Versuch gilt nach 3 Monaten als erfolgreich und beendet mithin das Trennungsjahr. Entschließen sich die Betroffenen hingegen vor dieser Frist erneut zu einer Trennung, bleibt der ursprüngliche Ablauftermin von der gescheiterten Prüfung unberührt. Sobald die 12 Monate abgelaufen sind, kann das Familiengericht schlussendlich die Zerrüttung der Ehe aussprechen und die Ehe scheiden.



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