Unterhalt - Unterhaltspflicht - Versorgungsausgleich

Lohnsteuererklärung im Trennungsjahr/Scheidung

Eine Trennung bzw. Scheidung hat nicht nur zivilrechtliche Konsequenzen für das Ehepaar, sondern auch steuerrechtliche. Daher sollte sich dieses nach einer Trennung umgehend mit wichtigen Fragen dieses Bereichs befassen, um den zu zahlenden Steuersatz möglichst gering zu halten.
Grundsätzlich hat ein Ehepaar im Falle einer Trennung verschiedene Möglichkeiten der steuerlichen Veranlagung. Im Trennungsjahr selbst ist es so geregelt, dass diesem noch das Veranlagungswahlrecht zusteht, sodass das Ehepaar entscheiden kann, ob sie zusammen oder getrennt veranlagt werden. Sobald die Ehegatten jedoch ganzjährig getrennt leben, ist zwingend eine Einzelveranlagung notwendig, unabhängig vom tatsächlichen Zeitpunkt der Scheidung.
Außerdem ist bezüglich des gesamten Szenarios die Frage zu stellen, ab wann das Finanzamt von einer dauerhaften Trennung eines Ehepaars ausgeht. Hierfür spielt die Auflösung der gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft eine Rolle. Das bedeutet, dass das Finanzamt von einer Trennung ausgeht, sobald eine räumliche Trennung vollzogen ist oder sobald das Ehepaar eine getrennt Finanzregulierung vollzieht. Natürlich deutet auch die Separierung beider Bereiche gemeinsam auf eine Trennung hin.
Obwohl während des gesetzlichen Trennungsjahres bereits eine Einzelveranlagung möglich ist, ist diese in finanzieller Hinsicht eher weniger zu empfehlen, da sie sich nur sehr begrenzt rentiert. Eine gemeinsame Veranlagung kann hingegen zu deutlichen steuerlichen Einsparungen führen. Dies ermöglicht vor allem der sogenannte „Splittingtarif“. Bei diesem werden die Eheleute so behandelt, als ob sie ein Einkommen in genau der gleichen Höhe gehabt hätten. Dadurch wird der Steuersatz möglichst niedrig gehalten. Es ist also eine deutliche steuerliche Entlastungswirkung zu verzeichnen. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass für diese Zusammenveranlagung zwingend ein gemeinsamer Antrag der Eheleute notwendig ist. Das Finanzamt führt jedoch in einigen Fällen automatisch eine solche Zusammenveranlagung durch, und zwar genau dann, wenn der ablehnende Ehegatte keine eigenen positiven oder negativen Einkünfte erzielt hat.



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