Unterhalt - Ehegattenunterhalt - Unterhaltspflicht

Kinderzuschlag

Kinderzuschlag

Kinderzuschlag – Nach einer Scheidung stehen beide Eheleute häufig vor finanziellen Problemen. In der gemeinsamen Zeit haben sie sich gegenseitig unterstützt, nun aber müssen sie finanziell auf eigenen Beinen stehen und sich womöglich sogar nach langer Zeit als Hausmann oder -frau einen Job suchen. Dabei könnten sie so wenig verdienen, dass sie die gemeinsamen Kinder gar nicht versorgen könnten – noch schlimmer wäre das, wenn diese bei ihnen wohnen. Für sie greift eine Regelung, die ursprünglich dazu gedacht war, gering verdienenden Familien unter die Arme zu greifen und ihnen den Bezug des ALG II zu ersparen: der Kinderzuschlag. Es handelt sich dabei um monatliche finanzielle Unterstützung von der Familienkasse für gering verdienende Familien mit Kindern und kann auch nach einer Scheidung an alleinerziehende Eltern gezahlt werden, die ein Kind im Haushalt haben.

Wer bekommt den Kinderzuschlag?


Einen Kinderzuschlag kann man bekommen, wenn man unterhalb der Höchstgrenze von 1523 € bereinigtes Netto-Einkommen verdient. Den vollen Kinderzuschlag in Höhe von 140 € kann man für die Dauer von maximal 36 Monaten beziehen, wenn das Einkommen dem ALG II-Bedarf für eine erwachsene Person gleichkommt. Fällt er sogar darunter, so wird man auf ALG II verwiesen. Einkommen, das über den ALG II-Bedarf von 600€ brutto für Alleinerziehende hinausgeht, wird auf den Kinderzuschlag angerechnet und verringert ihn dadurch natürlich. Dennoch kann der Kinderzuschlag für Geschiedene mit gemeinsamen Kindern im Haushalt eine wertvolle Hilfe darstellen, wenn sie nur wenig Netto-Einkommen verdienen.

Woher bekommt man den Kinderzuschlag?

Kinderzuschlag wird einem alleinerziehenden, geschiedenen Elternteil auf Antrag ausgezahlt. Für die Bearbeitung des Antrags und Unterstützung dabei ist die Familienkasse zuständig, die normalerweise bei der örtlichen Agentur für Arbeit angesiedelt ist. Ähnlich wie bei der Beantragung von ALG II müssen auf dem Antrag zum Bezug des Kinderzuschlags Angaben zum eigenen Vermögen gemacht werden, anhand dessen die Berechtigung berechnet werden kann. Anhand des bereinigten Netto-Einkommens des Antragstellers kann außerdem berechnet werden, in welcher Höhe der Kinderzuschlag ausgezahlt werden kann.

Bestenfalls stellt man den Kinderzuschlag-Antrag noch innerhalb des Trennungsjahres, da man mit einer gewissen Bearbeitungsdauer zu rechnen hat und das Trennungsjahr bei der Scheidung für ebensolche Schritte gedacht ist. Anspruch auf den Kinderzuschlag hat allerdings immer nur derjenige, in dessen Haushalt das gemeinsame Kind aus der Ehe lebt. Der andere Elternteil ist unterhaltspflichtig, sofern sein Einkommen dafür ausreicht; andernfalls wäre ein Unterhaltsvorschuss denkbar, um die wirtschaftliche Versorgung des Kindes parallel zum Kinderzuschlag sicherzustellen.


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