Gütergemeinschaft


Eine Gütergemeinschaft ist zusammen mit der Gütertrennung und der Zugewinngemeinschaft die dritte mögliche Form, in der eine Ehe ablaufen kann. Wird nichts anderes zwischen den Eheleuten vereinbart, gilt automatisch eine Zugewinngemeinschaft. Bei der Gütertrennung wird der Ausgleich des Zugewinns im Falle der Scheidung ausgeschlossen. Die Gütergemeinschaft macht dagegen aus dem jeweiligen Vermögen der Eheleute zum Zeitpunkt der Eheschließung ein Gesamtvermögen und stellt damit bei der Scheidung einen weiteren Sonderfall dar. Die Gütergemeinschaft ist sehr selten, ihre Einrichtung erfordert einen Ehevertrag und ist recht komplex.

Gütergemeinschaft – Bei Scheidung ausgenommen: das Vorbehaltsgut

Vorbehaltsgut ist die Bezeichnung für Vermögenswerte, die nicht in die Gütergemeinschaft aufgenommen wurden und die der jeweilige Ehepartner selber verwaltet, dem sie gehören. Bei einer Scheidung bleiben sie im Besitz des Ehepartners, der sie in die Ehe mitgebracht hat und alleiniger Verwalter und Eigentümer geblieben ist.

Gütergemeinschaft – Die Aufteilung der Güter bei der Scheidung

Eine Gütergemeinschaft geht meistens für alle Beteiligten negativ aus, wenn sich das Ehepaar scheiden lässt. Das liegt unter anderem auch daran, dass sich die Aufteilung des gemeinsamen Vermögens sehr schwierig gestaltet. Das vorhandene Vermögen der beiden Ex-Eheleute wurde bei Gütergemeinschaft in fünf Vermögensmassen aufgeteilt, von denen zwei das Sondergut und das Vorbehaltsgut sind. Vorbehaltsgut sind Vermögenswerte, die durch Regelung im Ehevertrag im Besitz eines Ehepartners blieben; Sondergut ist rechtlich von der Gütergemeinschaft ausgenommen und wird zur Betrachtung nicht herangezogen. Die konkrete Verteilung der Güter einer Gütergemeinschaft nach der Scheidung kann nur ein professioneller Scheidungsanwalt vornehmen, da jeder Fall einen komplizierten Einzelfall darstellt.

Bis es zur Scheidung gekommen ist, also beispielsweise innerhalb des Trennungsjahrs, kann es sein, dass ein alleine verwaltender Ehepartner nach wie vor über das weiterhin bestehende Gesamtvermögen entscheidet und man trotz der Trennung keine Befugnis hat, das “eigene” Vermögen zu verwalten. Man kann allerdings vom verwaltenden Partner jederzeit eine Auskunft verlangen. Ist die Scheidung rechtskräftig, kommt es zu einer Teilung – das ehemalige Gesamtvermögen wird nach Vereinbarung in möglichst gleichen Teilen auf die beiden Ehepartner aufgeteilt.

Um gemeinsame Schulden zu decken, werden Teile des Gesamtvermögens liquidiert, damit keine gemeinsamen Schulden mehr bestehen. Häufig endet die Teilung bei einer Gütergemeinschaft damit, dass ehemals gemeinsame Vermögenswerte verkauft werden, wenn es in der Praxis nur schwer möglich wäre, sie gerecht auf beide geschiedenen Eheleute zu verteilen. Bei einem gemeinsamen Haus beispielsweise wäre das der einzige Weg, denn dann könnte der Wert gerecht auf beide Ex-Eheleute verteilt werden. Alternativ könnten gemeinsame Vermögenswerte gegen Wertersatz übernommen werden; sie könnten dem anderen beispielsweise abgekauft oder gegen etwas anderes einvernehmlich eingetauscht werden, was die ganze Komplexität der Gütergemeinschaft ausmacht.