Betreuungsunterhalt


BetreuungsunterhaltBetreuungsunterhalt – Der Unterhaltsbegriff umfasst Geld-, Natural- und Betreuungsunterhalt. Im ersten Fall besteht der Unterhalt aus finanziellen Leistungen an einen Unterhaltsberechtigten. Naturalunterhalt stellt beispielsweise Nahrung und Kleidung zur Verfügung, aber auch Bildung und Taschengeld. Der Unterhalt dagegen umfasst Erziehung Minderjähriger, Betreuung, Gesundheits- und Krankenpflege als Eigenleistung. Nach einer Scheidung bekommt der Ehepartner, bei dem das Kind ständig lebt, zusätzlich zum Kindesunterhalt auch Betreuungsunterhalt für seine Eigenleistung vom Ex-Ehepartner, wenn es sich um ein gemeinsames Kind aus der Ehe handelt.

Der Anspruch auf Betreuungsunterhalt

Anspruch auf diesen Unterhalt haben Elternteile aufgrund von Bedürftigkeit, diese ist durch das BGB geregelt. Der Anspruch währt 3 Jahre – er kann aber auch länger andauern, wenn es nach Ablauf dieser Zeit im Sinne des Kindeswohls unbillig wäre, den Anspruch  zu streichen. Zudem muss der Unterhaltspflichtige leistungsfähig sein.

Der Kindesunterhalt wird als wichtiger eingeschätzt als der Betreuungsunterhalt, sodass er Vorrang hat. Ist nach dessen Zahlung die Leistungsfähigkeit des unterhaltspflichtigen Ex-Ehepartners erschöpft, besteht keine Chance mehr auf den Betreuungsunterhalt. Schließlich muss auch der Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen berücksichtigt werden; würde er durch die Zahlung  verletzt, muss ebenfalls kein Betreuungsunterhalt gezahlt werden.

Die Regelung bei Geschiedenen

Betreuungsunterhalt kann bei geschiedenen oder unverheirateten Paaren mit gemeinsamen Kindern zum Thema werden. Die Regelungen der Ansprüche und Zahlungen fallen dann jeweils etwas anders aus. Bei einem geschiedenen Paar berechnet sich die Höhe der Zahlungen nach den ehelichen Lebensverhältnissen zur Zeit der Scheidung, wobei der Selbstbehalt des Unterhaltsschuldners berücksichtigt wird.

Betreuungsunterhalt und die Steuer

Die Zahlung kann steuerlich abgesetzt werden. Der jährliche Maximalbetrag liegt dabei bei 13.805 € jährlich. Unterhaltsschuldner und -empfänger sollten sich durch das Jugendamt beraten lassen, das für die Regelung des Betreuungsunterhalts zuständig ist und diese Leistungen auch kostenlos anbietet. Das Jugendamt ist zugleich Ansprechpartner für Sonderfälle, in denen die Zahlung über die regulären 3 Jahre hinausgeht.

Das kann beispielsweise bei behinderten Kindern der Fall sein und ist in diesen Ausnahmefällen auch notwendig – zur Unterstützung bei Antragstellung und Durchsetzung des Anspruchs sollte man deswegen auf die Hilfe des Jugendamtes nicht verzichten.

Da es bereits Gerichtsentscheidungen zu solchen Einzelfällen gibt, gelingt die Durchsetzung in der Regel, wenn ein als solcher bekannter Ausnahmefall vorliegt und der Anspruch auf Betreuungsunterhalt länger als 3 Jahre währen muss. Ein weiterer Ansprechpartner nach der Scheidung wäre der Anwalt für Familienrecht, der auch die Scheidung betreut hat und den Fall kennt.